Gefunden auf cultWorxcom – leben im weltkulturerbe quedlinburg
Landflucht? Stadtflucht? Flucht überall. Auch zwischen Kassel und Göttingen wächst der Leerstand. Die Frankfurter Allgemeine war in dieser ländlichen Region unterwegs: „Die rasante Verödung ganzer Landstriche ist nicht nur ein ostdeutsches Phänomen.” Die Erkenntnisse über lokale Katastrophen und Planungsfehler klingen nicht gerade sensationell: „Die großen Verbrauchermärkte, die Sparkasse und kleinere Läden sind an den Ortsrand gezogen.” Und was passiert mittendrin? „Dort steht seit geraumer Zeit der ’Ratskeller’ leer. Er zählt zu jenen Häusern, die das Stadtbild maßgeblich prägen. Der Besitzer hatte es vor einigen Jahren modernisiert und in mehrere Wohneinheiten aufgeteilt, ohne auf den Erhalt des ursprünglichen Erscheinungsbilds Rücksicht zu nehmen.”
Merke: Wo engstirnige Eigentümer, honorarnotgeile Architekten und ungebildete Politiker sich austoben, wächst anschließend viel Gras. Wie eben im südlichen Niedersachsen und in Nordhessen.
Zurück nach Sachsen-Anhalt: Das Projekt „Shrinking Cities” war ja wohl nichts anderes als die pure Resignation. Feigheit vor dem Feind. Verbrämte Selbstaufgabe. Pseudoschlau dank angelsächsischer Headline und horror vacui für Arme.
Wie aber ist Leerstand zu erhalten und zu füllen? Wie wird aus Leerstand Wohlstand?
Darüber sollten wir hier einmal sprechen.